Die Vorzeit & Geschichtliche Entwicklung

Die Vorzeit

Nach Ansicht der Anthropologen (Menschen-Wissenschaftler) liegt die Wiege der Menschheit in Ostafrika, nahe des Rift Valley’s, der zum Ostafrikanischen Grabenbruch gehört. Wo die Ausbreitung des modernen Menschen (lat. Homo sapiens) in Europa erst vor etwa 1-1,5 Millionen Jahren begann, lebten unsere afrikanischen Urvorfahren bereits vor gut 6 Millionen Jahren auf dem „schwarzen Kontinent“. 1959 entdeckte das Forscher-Ehepaar Leaky in der 50 km langen und bis zu 100 m tiefen Olduvai-Schlucht, an der heutigen Grenze zwischen Serengeti und der Ngorongoro Conservation Area, Knochen eines 2 Millionen Jahre alten Menschen. Auch später gefundene Knochenreste und Werkzeuge in Äthiopien konnten der Gegend den Begriff „Wiege der Menschheit“ nicht mehr streitig machen.

Geschichtliche Entwicklung

2000 v. Chr. - Khoisanen, ein afrikanisches Hirten- und Buschmannvolk, besiedeln die Hochebenen und Savannen Tanganyikas. Sie gelten als Jäger und Sammler. Parallel stoßen die ersten Einwanderer aus dem heutigen Jemen und aus Südafrika nach Tanganyika vor.

1000 v. Chr. - Verschiedene Bantu-Volksgruppen (Volksgruppen der gleichen afrikanischen Sprachgruppe)  aus West-Afrika siedeln sich in der Nähe des Viktoriasees an.

800 n. Chr. - Arabische Kaufleute, vorwiegend aus Oman und Yemen, betreiben regen Handel mit den Küstenregionen Kenias und Tanganyikas (auch Pemba und Sansibar) und gründen dort erste Niederlassungen. Sie verbreiten auch den Islam und dehnen ihren Einfluss nach Norden, Süden und Westen aus. Viele der Geschäftsleute bleiben im Land und vermischen sich mit den ortsansässigen Bantu-Völkern.

1498  Der Portugiesische Seefahrer Vasco da Gama (*1469 - †24.12.1524) segelt als erster den Seeweg nach Indien um das Horn von Afrika. Von nun an suchen die Portugiesen nach Stützpunkten auf ihrem Seeweg nach Indien und finden an der Ostafrikanischen Küste ideale Bedingungen, die die Araber schon seit Jahrhunderten aufgebaut hatten. Kriege beginnen und die Portugiesen erobern sich ein Gebiet nach dem anderen. Auch Sansibar, Pemba und Mombasa fallen den Portugiesen zu.  

1500  aus Nordafrika (Sudan, Ägypten) und aus dem Niltal wandern die ersten Völker über das heutige Kenia nach Tanganyika ein. Es sind Nomaden, die heute als Massai und Barabaig (Ethnische Volksgruppen in Nord-Tanganyika) bekannt sind. Sie bringen Kenntnisse über die Werk-zeugherstellung sowie Ackerbau und Viehzucht mit.

1700  Ab dem 17. Jahrhundert erobern die Araber sukzessive von den Portugiesen das Land zurück. Der Sultan von Oman verfügt über eine überlegene Flotte und schlägt so die Portugiesen in die Flucht.

1840  Durch die ständig wachsende Beziehung zwischen Ostafrika und Oman verlegt Sultan Sayyid Said seinen Regierungssitz auf die Insel Sansibar. Mit der Umsiedlung steigt der Einfluss der Araber, die mittlerweile nicht nur die Küstenregionen, sondern auch das Landesinnere erobern wollen. Von den Haupthandelsorten laufen bald Karawanenrouten an den Viktoriasee. Die Araber nehmen so Region für Region ein und bekommen kaum Widerstand. Nur im Norden meiden sie das Gebiet der kriegsfreudigen Massai. Die Araber bedienen sich der Landesschätze wie Elfenbein, Gold und Edelsteinen (Tanzanite) und verschleppen die Einwohner als Sklaven nach Sansibar und Oman.

1850  Aus Südafrika siedeln nach zahlreichen Bürgerkriegen die Ngoni (ethnisches Volk aus Südafrika) in das Land Tanganyika. Nach erneuten Kämpfen mit den bereits ansässigen Massai und Bushman im Norden ziehen sie sich in den Süden des Landes zurück, wo sie auch heute noch als Randgruppe leben.

1870  Arabische Sklavenhändler und Wilderer kommen zunehmend in finanzielle Abhängigkeit der zugewanderten indischen Geschäftsleute an der Ostküste, die für ihren überaus guten Geschäftssinn bekannt sind. Da Indien zudem britische Kolonie ist, sind die Inder wiederum der britischen Krone verpflichtet. 1873 kommt es dann unter Druck Englands zur Einstellung des Sklavenhandels, aber nicht der Sklavenhaltung.

1871  Henry Morton Stanley (*28.01.1841 - †10.05.1904), ein bekannter britischer Afrikaforscher, wird von einem Zeitungshaus ausgeschickt, um den schottischen Missionar und heute bekanntesten Afrika-Forscher aller Zeiten, David Livingstone (*19.03.1813 - †01.05.1873 - rechts im Bild) zu suchen. Livingstone geht bereits 1840 als Missionar nach Südafrika und unternimmt zahlreiche Reisen im südlichen Afrika. 1855 entdeckt er die Viktoria-Wasserfälle an der heutigen Grenze zwischen Simbabwe und Zambia und benennt sie nach der damaligen Königin Viktoria. 1866 kommt er nach Sansibar und durchquert Afrika einige Jahre auf der Westseite. Seine Stationen sind der Fluss Chambeshi (1866), Tanganyikasee (1867), Moerosee und Bangweolosee (1868), Ujiji am Tanganyikasee (1869) und Manyemaland (bis 1871). Nach Ujiji zurückgekehrt und in England als verschollen geltend, findet ihn am 10. November 1871 Stanley, krank und in großer Bedrängnis: Er spricht ihn mit den legendären Worten "Dr. Livingstone - I presume?“ an (dt. Dr. Livingstone, nehme ich an?) und befreit ihn aus der Not. 1873 stirbt Livingstone auf seiner letzen großen Reise zum Südende des Tanganyikasee, im heutigen Zambia. Das Livingstone Museum in Ujiji erinnert eindrucksvoll an den großen Forscher.

1885  Die ersten Verträge mit der Deutsch-Ostafrikanischen Gesellschaft (DOAG) unter der „schillernden“ Sozialwissenschaftlerpersönlichkeit Dr. Carl Peters (*1856) werden geschlossen und es kommt langsam zur Kolonialisierung Tanganyikas durch Deutschland. 1890 werden Tanganyika (ohne Sansibar und Pemba), Ruanda und Burundi zur Deutsch-Ostafrikanischen Kolonie. Es wird Deutschlands größte und bis zum Ausbruch des 1. Weltkrieges profitabelste Kolonie. 

Im November 1885 sendet der deutsche Kaiser Bismarck einige Kriegsschiffe nach Sansibar, um dem regierenden Sultan Khalid bin Barghash (†25.08.1896) Stärke über die erworbene Festlandküste zu präsentieren. Der Sultan resigniert schon bald und gibt die Schutzherrschaft der Küste an Bismarcks Truppen ab. Ihm wird, quasi als Abfindung, ein 16 km langer Küstenstreifen als neuer Besitz versprochen. Der Afrika bereiste Schriftsteller Gerhard Rohlfs (*14.04.1831 - †02.06.1896, links im Bild) wird als Generalkonsul eingesetzt. Die Briten halten sich aus der Sache heraus, da man sich mittlerweile in Berlin über die koloniale Aufteilung Zentralafrikas geeinigt hatte. Ihnen fällt Sansibar zu. 

Auch im Landesinnern schließt Deutschland immer mehr Verträge mit den jeweiligen Stammeshäuptlingen über Land und Steuern. Als Gegen-leistung wird den Landeseignern der Schutz vor Feinden durch die deut-sche Kolonialmacht versprochen. Deutschland und England einigen sich über die heutige nördliche Grenze Tanzanias. Der Kilimanjaro wird somit „Deutschlands höchster Berg“ und der Gipfel zur „Kaiser Wilhelm Spitze“.

1890  Am 1. Juli wird zwischen Deutschland und England das so genannte  Sansibar-Helgoland Abkommen unterzeichnet. Nach zähen Verhandlungen hat Deutschland an England das von Carl Peters kurz vorher erworbene, für England strategisch wichtige (heutiges Uganda) und ein Protektorat (autonomes Schutzgebiet) über Sansibar abgetreten. Im Gegenzug erhielt Deutschland die strategisch ebenso wichtige Königreich Bugandansel Helgoland. Die duftende „Gewürzinsel“ Sansibar wurde also nicht, wie allgemein dargestellt, 1890 von Großbritannien gegen die Insel Helgoland eingetauscht (Sansibar-Vertrag). Die Insel war auch nie deutsche Kolonie, sondern bis 1890 freies Sultanat.

Die Grenzen werden endgültig gesteckt und Bagamoyo unter Gouverneur Wissmann die erste Hauptstadt des Landes. Sie wird aber bereits 1891 von Dar es Salaam aufgrund des tiefen Hafenbeckens abgelöst.  

1891  Im Norden des Landes herrschen heftige Kämpfe in der Kilimanjaro-Region. Der deutsche Gouverneur Wissmann führt zusammen mit dem Heer des Chagga-Häuptlings Sultan von Mandara einen Krieg gegen den Sultan Sina von Kibosho. Sie sind Sina deutlich überlegen und  beschlagnahmen das gesamte Vieh, bis er die deutsche Hoheit über sein Gebiet akzeptiert. 

1896  Am 27. August kommt es zum kürzesten Krieg der Weltgeschichte, dem nur 38 Minuten dauernden Britisch-Sansibarischen Krieg. Der Krieg beginnt um 9.00 Uhr morgens und ist vor 09.38 Uhr beendet. Nachdem der Sultan Barghash von Sansibar am 25. August gestorben war, reklamiert sein zweiter Sohn Hammud bin Muhammad bin Said (reg. 1896–1902), der die moralische Unterstützung des Deutschen Kaiserreichs für sich behauptet, den Thron für sich. Der britische Admiral Sir Harry Rowson lässt daraufhin nach einem Ultimatum den Palast des selbst ernannten Sultans bombardieren, so lange, bis dieser die Flucht ergreift.

1905  Der Maji Maji Aufstand (1905-1907), benannt nach dem Swahili-Wort „Wasser“, im Süden Deutsch-Ostafrikas bringt den Ausbau der Infra-Struktur ins Stocken. Rund 20 Volksgruppen rebellieren im gesamten Land gegen die deutschen Kolonialherren. Ursache sind die zunehmend aggressiven Maßnahmen, um mit Zwangsarbeit die Baumwollproduktion voran zu treiben, und die Erhöhung der Steuern. Der Medizinmann Kinjikitile Ngwale (†10. August 1905) prophezeit den Aufständigen, dass Sie durch die Einnahme eines besonderen Quellwassers unbesiegbar sind und dass sich die Gewehrkugeln der Deutschen in Wasser ver-wandeln würden. Das Ergebnis sind zehntausende Tote durch die verheerende Kriegsführung der Deutschen. Sie rücken mit Maschinen-gewehren vor und setzen Häuser und Felder in Brand. Es sollen von 1905-1907 ca. 75.000 bis 300.000 Aufständige gefallen sein. Bei den Kolonialtruppen dagegen fielen nur 15 Weiße und 389 Askari (afrika-nisch abstammende Soldaten, die für Deutschland im Kolonialheer dienten).

1908  In den Jahren 1908-1914 werden fast 2.000 km Eisenbahnlinie im Landesinneren fertig gestellt, die am Ende Dar es Salaam und Moshi mit dem Tanganyikasee und einigen Städten im Süden verbinden soll. Weitere Planungen werden aber durch den Ausbruch des Ersten Weltkrieges zunichte gemacht.

1912    Nachdem die Eisenbahnen wichtige Ziele erreichen können und die einzelnen Gebiete mit Hilfe von Akidas (älteren afrikanischen Untergebenen) kontrolliert werden, beginnt der wirtschaftliche Auf-schwung. Dar es Salaam wurde als Hauptstadt und Sitz der Kolonial-verwaltung mit neuen Gebäuden in teils deutscher Architektur gebaut. 1912 besiedeln ca. 25.000 Einwohner die Stadt – darunter 500 Deutsche. Besonders am Kilimanjaro und in den fruchtbaren nördlichen Regionen werden gigantische Plantagen aufgebaut, um das Heimatland mit frischen Früchten, Gemüse und Rohstoffen zu versorgen. So gelingt es
u. a. Kaffee, Kautschuk, Sisal-Agaven und Früchte in großer Menge nach Deutschland zu exportieren.

1914  Der Ausbruch des Ersten Weltkrieges (1914-1918) macht Deutsch-Ostafrika zum Kriegsschauplatz der Kolonialmächte Belgien, Deutschland und England. Auch nach Kriegsende 1918 geht der Kampf in Ostafrika einige Monate weiter, bis er für Deutschland end-gültig verloren ist. Aus Deutschland wird 1914 General Paul von Lettow-Vorbeck (*20.03.1870 - †09.03.1964, rechts im Bild) entsandt, der über große Erfahrung in der so genannten „Busch-Kriegsführung“ verfügt. Nach ersten Erfolgen gegen die Briten muss er sich aber im Laufe der Zeit sukzessive geschlagen geben. Zuerst fallen die nördlichen Stellungen und dann die Küste und das Landesinnere. Als der General am 14.11.1918 den Befehl erhält aufzugeben, zögert er erst, ergibt sich aber dann im November mit seinen letzten 155 Offizieren, 1168 Askaris und 1.522 Trägern den Briten. Nach Dar es Salaam zurückgekehrt, tritt er die Heimreise an und wird später Militärberater des deutschen Reiches. Im Alter von 88 Jahren kehrt er 1958 nochmals nach Dar es Salaam zurück und trifft einen Teil seiner ehemaligen afrikanischen Gefährten.

1918  - 8 Jahre deutsche Kolonialherrschaft gehen zu Ende und hinterlassen negative und positive Spuren. Viele der verbliebenen Bauten sind heute verfallen, da das Geld zur Renovierung fehlt. Nur in Dar es Salaam, Tanga und Bagamoyo sind auch heute noch einige Prachtbauten der damaligen Kolonialherrschaft zu bewundern.

1921  Die britische Mandatszeit beginnt (1921-1961). Nach dem Kriegsende werden alle Deutschen enteignet und die deutsche Kolonie in englische  Mandatsgebiete aufgeteilt. England erhält das Festland Tanganyika, Belgien erhält Urundi und Ruanda. England regiert mit dem System der „Indirect Rule“, was einheimischen Chiefs die Kontrolle und ein Mitspracherecht über ihre Gebiete ermöglicht. Somit sollen die kultu-rellen Eigenschaften weitestgehend erhalten bleiben. Das Land entwickelt sich fortan eigenständig, aber unter britischer Verwaltung und Kontrolle.

1945  Nach dem Zweiten Weltkrieg wird Tanganyika Treuhandgebiet der neu gegründeten Vereinten Nationen (UN), aber England behält die gesamte Verwaltung. Die Infrastruktur und das Bildungswesen werden mit Hilfe britischer Gelder weiter ausgebaut.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges lösen sich einige, ehemals englischen Kolonien auf und werden selbstständig. Als erstes wird 1947 Indien unabhängig, was sich andere Kolonien zum Beispiel nehmen, um ihre Unabhängigkeit voran zu treiben.

1953  Der junge Lehrer Julius Kambarage Nyerere wird Vorsitzender der TAA, die bereits kurz darauf in TANU (Tanganyika African National Union) umgetauft wird. Sie kämpft für eine nationale Selbständigkeit und politische Selbstbestimmung des Landes.

1958  Unter dem Einfluss der UN lässt England erstmals neben dem Exekutivrat eine Volksvertretung (Legislativrat) wählen. Alle afrikanischen Sitze gehen an Mitglieder der TANU. Bei einer Neuwahl 1960 wird dann der Einfluss der TANU noch stärker und England muss früher oder später handeln. Es ist nur noch eine Frage der Zeit wann sie die Unabhängigkeit des Landes akzeptieren würden.

1961  Am 9. Dezember wird Tanganyika unabhängig und  Julius Kambarage Nyerere der erste Staatspräsident des Landes. Seine politische Ausrichtung ist sozialistisch beeinflusst und wird zum Teil durch Weisheiten des chinesischen Präsidenten Mao Zedong geprägt. Diese Haltung sorgt nicht zuletzt in den späten Siebzigern für den wirtschaftlichen Zusammenbruch des Landes. 

1963  Am 10. Dezember werden auch Sansibar und Pemba aus dem britischen Protektorat befreit und unter Sultan Abdallah bin Khalifa unabhängig. Im Gegensatz zum Festland herrschen aber ständige Aufstände zwischen den Arabern und Afrikanern. Eine Revolutionsregierung unter Abeid Karume macht sich stark und gibt den Ton an.

1964 Julius K. Nyerere drängt die Revolutionsregierung ein Bündnis mit dem Festland einzugehen, um die Unruhen unter Kontrolle zu bekommen, was ihm letztlich gelingt.

Am 26. April wird die United Republic of Tanzania gegründet. Der Name des Landes entsteht aus Tanganyika + Zanzibar + Azania

Nach der Revolution von 1964 wird Sheikh Abeid Amani Karume zum Präsidenten des neuen Bundesstaates gewählt. Er wird am 7. April 1972, vor dem offiziellen Ende seiner Amtszeit, durch ein Attentat getötet.

1977  Die auf dem Festland regierende Partei TANU unter Nyerere und die ASP unter Karumes Nachfolger Aboud Jumbe Mwinyi werden zusammengeschlossen, um eine staatliche Vereinigung zu erzielen. Es entsteht die neue Partei CCM (Chama cha Mapinduzi), übersetzt die „Partei der Revolution“. Das neue Tanzania erhält eine wirtschaftliche Hilfe meist aus den sozialistischen Bruderstaaten wie DDR, Bulgarien und Jugoslawien. China finanziert die Ta-Za-Ra Eisenbahn, welche später die Staaten Tanzania, Zambia und Ruanda verbindet. Russland und Kuba finanzieren viele Krankenhäuser.

1978  Ohne Vorwarnung marschiert die ugandische Armee unter Idi Amin in Tanzania ein, da dieser den Grenzverlauf aus „heiterem Himmel“ nicht mehr anerkennen will. Tanzania wird überrollt von dem Einmarsch und die Armee ist zu schwach um Gegenwehr zu bieten. Erst nach der Mithilfe Freiwilliger kommt es am Kagera-Fluss zur großen Schlacht, bei der Uganda den Kürzeren zieht. Tanzania marschiert darauf in Uganda ein und trägt zu Idi Amins politischem Sturz bei. Der vorherige Präsident Milton Obote kommt erneut an die Regierung und sorgt mit Hilfe des tanzanischen Militärs für Ruhe und Ordnung. Erst 1981 ziehen sich Tanzanias Truppen zurück. Das Ende des Uganda-Krieges bringt zwar wieder Frieden ins Land, treibt aber Tanzania in den finanziellen Ruin.

1985  Nachdem die wirtschaftliche Situation im Land in den siebziger Jahren kontinuierlich abnimmt, ist der Staat nach dem Uganda-Krieg, so zu sagen bankrott. Nyerere lehnt dennoch die wirtschaftliche Hilfe der Weltbank und des internationalen Währungsfonds (IWF) ab. Erst, als die Weltbank Sanktionen verhängt und der politische Druck im eigenen Land zu groß auf ihn wird, gibt er 1985 sein Amt an Ali Hassan Mwinyi ab. 

Der neue, zweite Präsident des Landes vollzieht nun, unter Zwang und auf Drängen der Weltbank und des IWF, eine neue politische Richtung. Der Sozialismus ist vorbei und die Zeiten der Marktwirtschaft und der Demokratie werden eingeleitet.

1992 Demokratie und Marktwirtschaft setzen sich weiter durch und in der neuen Verfassung wird erstmals das Mehrparteien-System festgeschrieben und eingeführt.

1995  Benjamin William Mkapa wird nach 2 Amtsperioden seines Vorgängers zum dritten Staatspräsidenten Tanzanias gewählt. Erstmals findet auch eine Mehrparteienwahl statt. Mkapa verkündet den Kampf gegen die Korruption, den er aber bis zu seinem Amtsende 2005 nicht gewinnen konnte. Während seiner Amtszeit führt er konsequent den Umbruch vom Sozialismus in die Marktwirtschaft fort und privatisiert ganz oder teilweise staatseigene Industriebetriebe, Banken und Energieversorger. Eine weitere große Aufgabe ist, den seit 2005 unter eigener Flagge laufenden Staat Sansibar nicht zu verlieren und den Tourismus in allen Regionen weiter auszubauen.

1999  Am 14. Oktober stirbt Julius K. Nyerere in London an Leukämie. Er gilt bis heute als „Baba wa Taifa“ (Vater der Nation). Seine Beerdigung ist die drittgrößte in der afrikanischen Geschichte. Mehr als 500.000 Trauernde kommen zur Beisetzung in seinen Heimatort Butiama. und auf dem ganzen Kontinent hängen die Flaggen auf Halbmast.

2005  Der ehemalige Außenminister Jakaya Mrisho Kikwete wird am 14. Dezember zum vierten Staatspräsidenten gewählt. Wie auch seine Vorgänger gehört er der Einheitspartie CCM an. Er steht für eine moderne und bürgernahe Politik, die ebenfalls verstärkt dem Problem der Korruption beigehen will.



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